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Rhöner.

 

 

Auf den suche nach neuen Motiven in der Rhön lernte ich den Geschäftsführer des Naturparks & Biosphärenreservats Bayerische Rhön Herrn Klaus Spitzl kennen.

 

An einem milden Septemberabend im Jahr 2016 kamen wir und seine Frau Sandra Maria bei einem Gespräch auf die Rhöner Landschaft und die Menschen, die hier leben – ganz besondere Charaktere mit einer tiefen Heimatverbundenheit.

 

Bei dieser Gelegenheit habe ich von dem Wunsch erzählte, die Menschen die schon seit Generationen in der Rhön leben und arbeiten, zu porträtieren.

Dabei entstand die Idee, einen Fotoband zum 50. Jubiläum des Naturparks Bayerische Rhön zu gestalten.

Es sollte bei den Fotomotiven aber diesmal nicht um die Topografie der Rhön, das Land der offenen Fernen, die erstaunliche und besonders wertvolle Vielfalt von Fauna und Flora gehen, sondern um das, was ein integrierender Teil dieser Vielfalt ist, nämlich der Mensch, der Tag für Tag hier lebt und in ganz unterschiedlichen Bereichen arbeitet und sich damit identifiziert.

 

Im Grunde liegt hier die Bedeutung des Wortes Heimat: Sich die Wirklichkeit die einen umgibt zu erkennen mit dem Traditionen, dem Dialekt, den Trachten, den Bräuchen und dem Gemeinschaftsleben.

Und sich dieser Wirklichkeit heute und morgen bewusst zu sein und sie anzunehmen, als Synthese eines Gedankens, einer Seinsweise.

 

Die in diesem Fotoband porträtierten Gesichter, die fotografierten Charaktere, dienen dazu diese Synthese zu erfassen und festzuhalten, und werden so zu einem fotografischen Ausdruck, dessen was diese Persönlichkeiten, diese Menschen sind und was sie sein wollen.

Und so wie sie ihre Umgebung die Rhön gestalten, prägt auch diese wiederum ihre Gesichter – so dass sie Darsteller und Zuschauer zugleich sind.

 

Ich hoffe sehr, dass es gelungen ist, dies durch das Medium der Fotografie auszudrücken.

 

Keine Zweifel habe ich jedoch bei der Definition dieser einzigartigen Erfahrung: dass ich das Glück und die besondere Ehre hatte, wenn auch nur für kurze Zeit, Menschen aus so großer Nähe in ihrer so besonderen aber auch einzigartigen Verschiedenheit, die wiederum gleichzeitig einander ähnlich ist, kennenzulernen.

 

Vor allem ähneln sie sich darin, dass sie sich nicht als „Fotomodelle“ oder Objekte, sondern als Subjekte vor der Kamera Ziegen. Charaktere, denen bewusst ist, dass sie sich in einer Entwicklung befinden, die nur in dieser Region, in der sie leben, möglich ist, und die mir durch ihr Lächeln voller Akzeptanz und Verständnis, ein wenig von ihrer Heimat und ein wenig von sich selbst schenkten.

 

Diese Arbeit hat mir nicht nur dazu verholfen, die Rhön und die hier lebenden Menschen aus der Nähe kennenzulernen, sondern auch, mich selbst besser zu erkennen.

 

Deshalb gilt mein tiefster und herzlichster Dank allen Menschen, die mir ans Herz gewachsen sind und mir diese für mich bedeutende Erfahrung ermöglicht haben. Dieser Fotoband würde ohne sie nicht existieren und die Rhön selbst wäre ohne sie nicht das, was sie heute ist.

 

 

Flavio Burul